Reise Know-How Verlag Tondok
Reiseführer für Ägypten, Jordanien, Israel und Ostdeutschland

VW-Bus 02

Im VW-Bus um die Erde im Web

"Nachdruck" der sechsten, vergriffenen Auflage (1989)
Kapitel 2 Weltreise-Informationen
2.1 Überlegungen zur Reiseplanung

Sehr häufig trifft man Reisende, die sich vom Glück recht ziellos treiben lassen; Planen einer Reise kommt ihnen wie eine zivilisatorische Untat vor. Zieht man jedoch gemeinsam Bilanz, so hat der andere viele Dinge verpaßt. Mit einer durchdachten Reiseroute sparen Sie Geld und sehen das Doppelte. Wir haben uns über jedes Land vor der Ankunft so umfassend wie möglich informiert, haben anhand von Reiseführern und informativen Büchern die Reiseroute sehr genau im Voraus festgelegt.

Man sollte sich zunächst für das Gesamtgebiet das beste Klima aussuchen oder bei wechselndem Klima die Route so legen, daß man dem Sonnenschein folgt. Alsdann steht man vor der Qual der Wahl: wenn Sie alle Sehenswürdigkeiten eines Landes erleben wollen, brauchen Sie meist viel Zeit (in Indien waren wir insgesamt über neun Monate unterwegs, um ca. 80 % der interessantesten Stellen abzuklappern). Häufig läuft es darauf hinaus, daß man einen Teil der Plätze streichen muß. Je besser die Vorausinformation ist, umso weniger wird die Streichaktion zum Lottospiel. Wenn Sie sich beim besten Willen nicht zwischen zwei Orten entscheiden können, dann fahren Sie an beide. Andernfalls grämen Sie sich ewig, weil Sie etwas verpaßt haben könnten.

Sobald Sie die Route anhand der möglichen Verkehrsverbindungen festgelegt haben, sollten Sie einen ungefähren Reise-Zeitplan aufstellen. Klopfen Sie Ihren Plan daraufhin ab, ob Sie vom Wetter her alle Plätze erreichen können - viele Straßen sind nur in der Trockenzeit befahrbar, Pässe sind im Winter gesperrt, Berge während der Regenzeit wolkenverhangen. Investieren Sie zu Hause in eine gute Planung, Sie werden die Früchte später genießen.

Sobald Sie sich zu einer Reise entschlossen haben, sollten Sie sich auch für die zu Hause anfallenden Jobs eine Terminplanung überlegen. Aktivitäten stehen in der Reihenfolge an, wie sie im Kasten auf der nächsten Seite aufgeführt sind. Wenn Sie in der Liste vor dem betreffenden Job jeweils den Termin notieren, haben Sie eine Checkliste.

2.2 Informationsmaterial

Überall auf der Welt ist alles in Bewegung: Grenzen, die heute noch frei passierbar sind, können morgen geschlossen sein, bürokratische Bestimmungen ändern sich, Straßen versinken in Überschwemmungen, Schiffahrtslinien werden eingestellt, Flugrouten eröffnet. Gute und zuverlässige Informationen sind ungeheuer wichtig.

Wir können Ihnen hier nur allgemeine Tips geben, von denen wir meinen, daß sie Bestand haben (was nicht heißt, daß z.B. ein politischer Umsturz die Reiselandschaft plötzlich völlig verändert). Wirklich aktuelle Informationen müssen Sie sich dann selbst beschaffen, wenn Ihre Pläne konkret werden. Daher hier ein paar Hinweise, wie Sie an Informationen kommen, die Ihnen weiterhelfen oder neue Informationswege erschließen:

Allgemeine Literatur

anders reisen almanach.Adressen, Infos & Ideen. rororo- Sachbuchreihe. - Sehr viele Informationen und Anregungen.
Udo Schwark: Handbuch für Fernreisen, Walter Verlag, Bremen. - Eine Fleißarbeit mit vielen Informationen wie Visabestimmungen, Flugverbindungen, Adressen.
Horst Eichler: Geographisches Hand- und Lesebuch für modernes Reisen. Schlüssel und Anleitungen zum Verstehen und Erleben für Globetrotter, Jetter und Erlebnisurlauber. Touristbuch Hannover; Erläutert vor allem geographische und reisetechnische Begriffe mit vielen zusätzlichen Informationen. Weiterhin gibt es von Horst Eichler das Buch Erdkunde in Bildern, das anschaulich Skizzen und Bilder zum Erkennen von Landschafts- Pflanzen- und Gebäudeformen bietet.
Urlaub - Tips für Ihre Fernreisen, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Postfach, 5300 Bonn. 130seitige Broschüre mit Infos zum Reiserecht, Zollbestimmungen, Anschriften der Botschaften und Konsulate. Mit frankiertem Rückumschlag anfordern.
Roland Hanewald: Das Tropenbuch, Jens Peters Publikationen, Berlin. Ein sehr gutes Handbuch zum Leben und Überleben in tropischen und subtropischen Ländern, für Aufenthalte in diesen Gegenden nur zu empfehlen.
Handbuch für Selbstreiser. Ideen und Wissen für Reisen auf eigene Faust. Aus der Reihe REISE KNOW-HOW, siehe Anzeige am Buchende.
Helmut Hermann: Die Welt im Sucher, Helmut Hermann Verlag, Markt Gröningen. Ein Handbuch für perfekte Reisefotos aus der Reihe REISE KNOW-HOW, siehe Anzeige am Buchende.
Christian Adler: Achtung Touristen, Peter Rump Verlag, Bielefeld. Tips eines Verhaltensforschers zum Ferntourismus, aus der Reihe REISE KNOW-HOW, siehe Anzeige am Buchende.
Kauderwelsch - Sprechführer für Globetrotter, Peter Rump Verlag, Bielefeld. Die Taschenbücher erleichtern die Verständigung in 40 Ländern.
Reise-Informationen

Die "Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V.", Birkenweg 19, 2359 Henstedt-Ulzburg 1, gibt ein sog. Info-Heft heraus, in dem viele Informationen auf Verwertung warten. Es ist gegen Einsendung eines selbstadressierten DIN-A-5-Rückumschlages mit DM 3 in Briefmarken erhältlich.

Informationsmaterial für die tägliche Praxis (vor allem über Zoll- und Visabestimmungen, Anschriften etc.) gibt auch der ADAC heraus; ein Gespräch mit dem Touristik-Referat des ADAC, Baumgartnerstr. 53, 8000 München 70, Tel. 089 76761 über das aktuelle Angebot für Ihre Reiseländer dürfte sich lohnen. Andere Automobilclubs bieten ähnlichen Service.

In Reisebüros gibt es die folgenden wichtigen Handbücher:

Auslandsreisen, Vorbereitung, Durchführung. Herausgegeben von der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Neckar, Stuttgart, verlegt von J. Fink-Kümmerly+Frey Verlag, Ostfildern. Ein voluminöses, ständig aktualisiertes Werk, in dem für jedes Land Infos über bürokratische Bestimmungen, Reisewege und -kosten (z.B. Kraftsoffpreise) etc enthalten sind.
ABC Passenger Shipping Guide, zu beziehen bei BAS Overseas Publications GmbH, Postf. 2701 64, 4000 Düsseldorf. Erscheint monatlich neu und listet alle Schiffahrtslinien auf, die Passagiere befördern (auch Frachter).
Cooks Overseas Timetable, zu beziehen bei Thomas Cook Ltd, Time Table Publishing Office, P.O. Box 36, Peterborough, PE 365 B, England. Erscheint zweimonatlich und enthält weltweit Bahn- und Schiffsverbindungen, Visabestimmungen, Landeswährung, Klima etc.
TIM Travel Information Manual, steckt ebenfalls voller aktueller Informationen, kann am besten in Reisebüros eingesehen werden, da nur als Abonnement zugänglich.
Reisefüher

Es ist unmöglich, auf alle Reisefüher hinzuweisen, Udo Schwark hat z.B. in seinem Buch zu jedem Land die verfügbaren Bücher aufgelistet. Es soll aber noch einmal die Reihe REISE KNOW-HOW - in der auch diesese Buch erschienen ist - erwähnt werden, in der alle Reiseführer innerhalb von zwei Jahren aktualisiert werden müssen, was eher eine große Ausnahme in dieser Branche ist.

Grundsätzlich gilt, daß sich am besten Führer eignen, die von Leuten geschrieben wurden, die selbst das Land ähnlich bereisten, wie Sie es vorhaben und daher eigene Erfahrungen auswerten konnten.

Darüberhinaus halten wir gute, allgemeine Reise-Führer für sehr wichtig, um kulturelle und historische Sehenswürdigkeiten ohne Führung besuchen zu können. Zwar bieten sich in vielen Ländern (häufig selbsternannte) Führer an, aber kontrollieren Sie einmal die Erzählungen dieser Führer, Sie werden Geschichten hören, die mehr zum Reich der Phantasie als zur Wahrheit tendieren.

Sie werden unterwegs mit manchmal sehr fremdartigen Verhaltensweisen, Traditionen oder Ansichten der Bevölkerung konfrontiert werden. Um Ihre neue Umgebung besser verstehen zu können, sollten Sie sich wenigstens vorab mit der Herkunft eines Volkes, mit seiner Geschichte, Kultur und Religion beschäftigen. In den letzten Jahren hat sich leider ein Trend umgekehrt: Waren es früher hauptsächlich die Gruppenreisenden, die von den Veranstaltern wie Blinde durch ferne Länder getrieben wurden und dabei viel guten Willen der einheimischen Bevölkerung zerstörten, so fallen heute Individualreisende zunehmend unangenehm auf. Viele Gruppenreisende nehmen an Vorbereitungsveranstaltungen teil und stellen sich auf die fremde Umgebung ein, doch immer wieder trifft man auf Individualisten, die keine blasse Ahnung von der sie umgebenden Kultur haben und daher durch falsches Verhalten die einheimische Bevölkerung vor den Kopf stoßen.

Karten

Einige Länder machen aus ihren Karten ein Geheimnis oder drucken sie unrichtig oder Wunschkarten mit Straßen, die in ferner Zukunft erst gebaut werden sollen. Man darf sich keinen Illusionen hingeben: für viele Länder gibt es keine zuverlässigen Karten. Zwar wird man in etwa die Existenz von Straßen anhand von Gedrucktem erfahren, aber ob diese Strecken zu einer bestimmten Jahreszeit befahrbar sind, ob sie letztendlich ans gewünschte Ziel führen oder kurz zuvor im Busch enden, daß muß man manchmal erst in der Praxis erkunden. Es gehört auch heute noch eine gute Nase dazu, die gewünschte Richtung zu finden. Trotzdem braucht man für die Planung gutes Kartenmaterial. Es lohnt sich, bereits in Deutschland die lieferbaren Karten der fremden Länder zu erwerben. In vielen Fällen mögen sie hier noch zuverlässiger hergestellt sein als Schnelldrucke aus den dortigen Pressen. Gehen Sie bei der Suche nach Kartenmaterial zu den Expeditionsausrüstern (Adressen z.B. im oben genannten Handbuch für Fernreisen), die werden Ihnen wahrscheinlich am besten helfen können.

2.3 Weltweite Straßenverbindungen

Es ist noch gar nicht solange her, daß sich ein durchgehendes Asphaltband von Europa nach Indien zieht; erst 1972 wurden die letzten Lücken im Iran geschlossen.

Für die Planung langer Reisen muß man wissen, wo es überhaupt Straßen gibt und ob diese dem Touristen auch tatsächlich offenstehen. Das wiederum hängt häufig direkt von der Tagespolitik ab. Informationen über den aktuellen Stand der offenen Grenzen sollte man unterwegs z.B. von entgegenkommenden Reisenden sammeln. Die folgenden Angaben können daher nur einen sehr allgemeinen Überblick bieten, detaillierte Streckenbeschreibungen mit aktuellen Angaben zum Zustand finden Sie in den entsprechenden Reise- Handbüchern.

Von Europa nach Indien gab es eine stark frequentierte Route, die von Istanbul über Ankara - Teheran - Kabul - Lahore nach Dehli verläuft. Leider ist diese auch landschaftlich phantastische Strecke im afghanischen Abschnitt unpassierbar, so daß man derzeit (Anfang 1989) in Teheran nach Südosten abbiegen und über Isfahan - Zahedan - Quetta direkt nach Südpakistan fahren muß; für den Iran gibt es derzeit 7-Tgae-Visa, die auch verlängert werden können, Autofahrer benötigen ein Carnet de Passage oder einen offiziellen Zollbegleiter im Auto, der nicht billig ist. Auch der einzige Touristen-Grenzübergang zwischen Pakistan und Indien bei Lahore/Amritsar ist - wie schon erwähnt - stark vom tagespolitischen Geschehen abhängig, zur Zeit jeweils am 2., 12, und 22. jeden Monats geöffnet. Erkundigen Sie sich bereits hier (z.B. Deutsche Zentrale für Globetrotter, ADAC; die Auskunft der indischen Botschaft ist mit Vorsicht zu genießen), ob die Grenze überhaupt offen ist und Sie Chancen haben, Indien auch tatsächlich auf dem Landweg erreichen zu können.

Der gesamte indische Subkontinent verfügt eigentlich über ein hervorragendes Straßennetz (von der Länge, nicht so sehr vom Zustand her), das noch in der Kolonialzeit geschaffen wurde. Fast jeder interessante Ort ist auf asphaltierten Straßen zu erreichen. Von Indien nach Nepal führen hauptsächlich zwei Straßen: von Raxaul nach Kathmandu und von Gorakpur nach Pokhara, weiterhin gibt es einen Grenzübergang bei Darjeeling. Nach Bangla Desh fährt man am besten von Kalkutta über Benapol in Richtung Dakka. Derzeit ist Sri Lanka für Autofahrer von Südindien aus nicht per Schiff erreichbar, der teuren Alternativen wegen lohnt es nicht, das eigene Fahrzeug mitzunehmen - ganz abgesehen von der alptraumhaften politischen Lage auf der einst traumhaft schönen Insel.

Wer von Indien weiter nach Osten will, muß eine teure Schiffsverladung in Kauf nehmen. Es gibt nach wie vor keine Einreise-Erlaubnis für den Landweg nach Burma (nur Flugzeug- Einreise). Die übliche Schiffsroute geht von Madras zur malaysischen Insel Penang und von dort per Fährboot zum Festland. Alternativ kommt die Route direkt nach Singapore in Betracht. Von Singapore führt eine gute Asphaltstraße über Malacca, Kuala Lumpur nach Thailand und dort in Richtung Norden nach Bangkok. Die Gebiete nördlich von Bangkok sind straßenmäßig gut erschlossen. Leider enden z.Zt. alle Reiseambitionen für den Autofahrer in Thailand, da die Grenzen aller umgebenden Länder gesperrt sind. Es geht nur per Flugzeug weiter nach Hongkong, China, Taiwan, Südkorea und Japan.

Der übliche "Land"-Weg nach Australien führt durch Asien nach Singapore und von dort per Schiff nach Perth oder Sydney. Der fünfte Kontinent bietet dort, wo er dicht besiedelt ist, ein gutes Straßennetz. Eine Umrundung des Inselkontinents ist recht reizvoll, sie ist heutzutage weitgehend auf asphaltiertem Untergrund möglich. Neuseeland ist wegen der Frachtkosten mit dem eigenen Wagen zu teuer, man mietet sich dort am besten ein Fahrzeug oder benutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Die so naheliegende Schiffsverbindung von Australien zur Westküste Südamerikas findet - wenn überhaupt - nur alle paar Monate statt. Die wenigen direkten Linien von Australien nach Südosten laufen stattdessen Häfen an der Ostküste Südamerikas an.

Die sogenannte Traumstraße von Alaska nach Feuerland ist auf einem kurzen Stück tatsächlich nur ein Traum: zwischen Panama und Kolumbien (also zwischen Nord- und Südamerika) gibt es keine Straßenverbindung. Der Bau scheiterte hauptsächlich an politischen Problemen. Man muß also - für viel Geld - auf's Schiff. Die kürzeste Route ist Panama - Carthagena, die aber teuer und aus politischen Gründen unzuverlässig ist. Üblicherweise verschifft man heute bereits von Florida aus nach Venezuela, da diese Verbindung stärker frequentiert ist. Oder man stellt den Wagen, der nicht höher als 2,08m sein darf, in ein Frachtflugzeug.

Von Venezuela führt die Traumstraße oder Panamericana nach Kolumbien und dann immer an der Westseite der Anden nach Süden: Bogota - Quito - Lima - Santiago de Chile - Puerto Montt. Dort muß man auf die Ostseite der Anden, um nach Feuerland zu kommen (wir hörten allerdings von neuen Straßen, die auf der Westseite noch sehr viel weiter nach Süden führen als Puerto Montt). Die einzige Allwetter-Straßenverbindung, d.h. die einzige asphaltierte Straße von der Westseite der Anden nach Osten, führt von Santiago de Chile über Mendoza nach Buenos Aires.

Im Norden Argentiniens und im Westen Brasiliens gibt es ein brauchbares Straßennetz: Im Amazonasgebiet schreitet der Straßenbau voran, aber eine direkte Verbindung nach Peru dürfte wegen politischer Probleme noch eine Weile auf sich warten lassen. Die überwiegenden Strecken im Amazonasgebiet sind nicht asphaltiert, es muß mit viel Schlamm gerechnet werden. Auch die direkte Strecke über Manaus nach Venezuela ist in Brasilien nur stückweise asphaltiert (in Venezuela bis Eldorado), doch zumindest in der Trockenzeit kommt man auch per VW-Bus durch; aktuelle Informationen vor Antritt der Reise sind angebracht.

Von Brasilien, Paraguay oder Argentinien gibt es keine ständig befahrbare Allwetterstraße nach Bolivien. Die brauchbarste der schlechten Strecken ist die von Tucuman (Argentinien) über La Quiaca nach Potosi in Bolivien. Die übliche Route verläuft dann von La Paz über Puno (Titicaca-See), Cusco (Abstecher nach Machu Picchu) nach Lima.

In Mittelamerika fährt man wieder auf der Panamericana, sofern nicht politische Probleme diese Strecke zu einem gewagten Abenteuer werden lassen oder geschlossene Grenzen ohnehin kein Weiterkommen gestatten. Die Panamericana beginnt in Panama und führt durch Costa Rica, Nicaragua, Honduras, El Salvador nach Guatemala. Dort fächert sich die Straße auf: entweder direkt nach Mexico City oder westlich über Belice auf die mexikanische Halbinsel Yucatan und dann weiter nach Norden.

Das Straßennetz Nordamerikas ist so dicht, daß in diesem Zusammenhang keine Worte darüber zu verlieren sind.

Die Straßenbedingungen in Afrika sind alles andere als berauschend. Nordafrika ist recht gut erschlossen. Die Sahara wird meist auf der Hoggar-Piste durchquert. Allerdings nur mit entsprechender Ausrüstung; man sollte die Wüste nicht unterschätzen, 1988 verdursteten laut "Stern" 80 Europäer im Gebiet der Hoggar-Piste.

Im Äquatorialbereich muß (vor allem Zaire) mit sehr ernsthaften Straßenschwierigkeiten gerechnet werden. Wenn Zaire wegen aufgeweichter Schlammpisten nicht durchfahren werden kann, kommt entweder der Umweg durch die Zenralafrikanische Republik und den Sudan oder die schwierige Reise von Ägypten her durch den Sudan in Frage. Wenn die Reise durch keins der beiden Länder möglich ist, dann ist eine Durchquerung Afrikas von Nord nach Süd praktisch unmöglich. Eine Durchquerung der Sahara am Atlantik (Marokko/Mauretanien) bzw. Roten Meer (Ägypten/Sudan) ist meist wegen geschlossener Grenzen undurchführbar.

Nach der Sahara-Durchquerung fährt man durch Niger, Nigeria, Kamerun, Zentralafrikanisches Republik, Zaire, Uganda (oder Ruanda, Tansania) nach Kenia. Von dort führt eine relativ gute Route durch Tansania, Sambia, Zimbabwe nach Südafrika - falls die Grenzübergänge offen sind. Südafrika selbst bietet ein hervorragendes Straßennetz. Wer die Reise nach Südamerika fortsetzen will, kann von Kapstadt oder Durban nach Argentinien oder Brasilien verschiffen.

2.4 Weltweite Wettervorhersage

Das Wetter hat ganz entscheidenden Einfluß auf den Ablauf und sicher auch auf die Stimmung Ihrer Reise. In vielen Gegenden der Erde hält sich das Wetter immer noch an gewisse Spielregeln, daher sind Voraussagen möglich, die - mit gehöriger Toleranz natürlich - einigermaßen zutreffen. Viele Leute machen sich nicht klar, daß die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel umgekehrt zu denen der nördlichen Hemisphäre ablaufen, im Süden gilt auch der alte Schulspruch von der Sonne nicht mehr: "... im Norden wird sie niemals stehen". Dort strahlt sie mittags sehr kräftig von Norden her.

Die Wetterbedingungen der Tropen zeigen nur recht schwache Schwankungen, man kann fast von einem ausgeglichenen Klima sprechen, täglich Sonne, täglich ein paar kräftige Schauer. In den Subtropen gibt es Regenzeiten und Trockenzeiten, also keine eigentliche Unterscheidung zwischen Sommer und Winter.

In der folgenden Aufzählung sind für die einzelnen Gebiete jeweils die vom Wetter her angenehmsten oder wenigstens die günstigsten Reisezeiten angegeben:

Naher Osten bis Afghanistan: Frühling, Spätsommer, Herbst
Indischer Subkontinent: Winter (im frühen Winter ist das Land noch nicht ausgedörrt).
Nepal, Himalaya: Ende September/Oktober (wegen guter Fernsicht).
Thailand: Herbst und früher Winter oder Beginn der Regenzeit im Mai.
Japan: Die Kirschblüte dauert nur wenige Tage und findet notfalls im Regen statt. Besser daher der Sommer.
Singapore, Indonesien: Tropische Länder mit ziemlich gleichbleibendem Klima.
Malaysia: Im Winter Regen an der Ostküste, Sonne an der Westküste; im Sommer genau umgekehrt.
Australien: der dortige Winter (hiesiger Sommer) ist eventuell kühl (im südlicheren Teil: kalt),tagsüber aber häufig Sonnenschein und ziemlich regenfrei; der Sommer ist über lange Intervalle feucht- heiß und schwül.
Südamerika: Das Andengebiet sollten Sie nur zwischen Ende April und Anfang Oktober bereisen, weil Sie nur dann die Pracht der Berge erleben. Sonst: Wolken, Nebel, auch Erdrutsche und Überschwemmungen. Ins Flachland (Brasilien, Argentinien, Küstenstreifen von Peru und Chile) im hiesigen Winter fahren.
Mittelamerika: tropisch gleichmäßiges Klima
Mexico: Im Winter ein bißchen kühl, besser Herbst und Frühling
USA: im Spätsommer nach den Schulferien (nicht zu spät, uns hielt die Kälte vom Besuch Kanadas ab).
Für Asien- bzw. Südamerikafahrer folgen zwei Vorschläge, um stets mit dem angenehmeren Wetter zu fahren.
Asien:Abfahrt im Spätsommer, dann angenehmes Wetter auf der Anreise nach Indien, Ankunft in Indien am Ende der Regenzeit, wenn dort alles in Grün und Blüten schwelgt, Winter in Indien. Im Spätherbst wären allerdings auch Thailand und Umgebung vom Klima her sehr günstig.
Südamerika: Früher empfahl es sich aus Zoll-Gründen, in Montevideo, Uruguay, per Schiff zu landen, heute dürfte Buenos Aires genauso gut sein. Dort im Dezember/Januar etwa ankommen, nach Brasilien fahren, Carneval in Rio, über Iguazu-Wasserfälle, Paraguay, Buenos Aires nach Süden bis möglichst Lago Argentina, dann nach Norden, Chile besuchen und ab Mai etwa in Bolivien und Hochland von Peru. In dieser Zeit herrscht dort blauer Himmel mit Sicht auf die faszinierende Bergwelt der Anden. Allerdings liegt zu dieser Jahreszeit die gesamte Küstenregion von Peru unter einer deprimierenden Dauernebeldecke.
Afrika-Fahrer planen am besten so, daß sie während der relativ kühlsten Jahreszeit, also Dezember/Januar, in die Sahara gehen. Die Zeit zwischen Mitte Mai und Mitte September ist in der Sahara von Backofenhitze und Sandstürmen geprägt, man sollte sie tunlichst meiden. Damit liegt die Reisezeit in den südlichen Ländern mehr oder weniger fest. Anhand der Regentabellen der Michelin-Karten oder der Globetrotter-Handbücher kann sich der Reisende ausrechnen, wieviel Regen ihm wo auf's Haupt fallen wird.

2.5 Kostenkalkulation

Es ist sehr schwer, in Zeiten der Inflationen Reise-Etats auf Jahre im Voraus aufzustellen. Wir erlebten Preissteigerungen z.B. beim Benzin von 100 % und mehr. Andrerseits weiß man hier bestimmt noch nicht, welche Souvenirs man sich in Malaysia kaufen oder ob man ein Schiff finden wird, auf dem man gegen harte Arbeit an Bord "umsonst" über den Pazifik dampfen kann.

Es gibt einige dicke Brocken, die sich größenordnungsmäßig zumindest umreißen lassen. Ständig muß man tanken; an vielen Tagen ist mindestens eine Tankfüllung zu bezahlen. Es dürfte realistisch sein, wenn man (für 1989) wenigstens 1 - 1,30 DM/Liter Benzin im Schnitt ansetzt. Zwar findet man in Ölstaaten preiswerteren Sprit, aber in weniger gesegneten Gefilden dürfte er umso teurer sein. Diesel-Motoren-Besitzer kommen etwa 30 - 60 % billiger davon.

Autoverladungen per Schiff gehen maßlos ins Geld. Die Frachtkosten hängen vom Volumen des Autos ab, und zwar vom Volumen, das sich aus der jeweils größten Höhe, Breite und Länge ergibt. Man kann heute davon ausgehen, daß auf keiner der gängigen Strecken ein Fahrzeug von VW-Bus-Größe für weniger als ein paar tausend DM zu verschiffen ist, auf langen Strecken (z.B. Europa - Südamerika) fließen für die Fracht schon viele Tausender aus der Reisekasse. Personentarife fallen zusätzlich an; in vielen Fällen mag es billiger sein, daß die Crew statt teurer Schiffskabinen einen Flug bucht.

Die Lebenshaltungskosten sind unterwegs eigentlich immer niedriger als zu Hause, weil Wohnungskosten und ähnliche Fixkosten entfallen. Campingplatzgebühren, die in Europa durchaus eine Monatsmiete erreichen können, fallen in den wenigsten Ländern an, weil es keine Campingplätze gibt. Lebensmittel kauft man auf den Märkten des Gastlandes ein, und dort sind sie - wenn man keinen Wert auf Schweinebraten in Dosen legt - immer viel billiger als zu Hause.

In den früheren Auflagen dieses Buches haben wir Detail-Angaben über die Kosten unserer Weltreise in den Jahren 1971 - 74 veröffentlicht; heute sind die damaligen Preise so überholt, daß wir lieber auf Angaben verzichten. Vielleicht nur eins: damals gaben wir während der gesamten dreijährigen Reise DM 53 383 aus - heute würden wir mit dem Dreifachen rechnen. Wenn Sie genauer kalkulieren wollen, so finden Sie Spritpreise in dem unter 2.2 genannten Handbuch "Auslandsreisen" der IHK Stuttgart; Kosten für Schiffsverladungen können Sie z.B. über den ABC-Guide abfragen.

Ein Tip zum Schluß: Denken Sie daran, daß Sie nach der Rückkehr zu Hause Startkapital brauchen werden.

2.6 Geldquellen

Für Europäer lohnt es sich nur in ganz wenigen Ländern zu arbeiten, um Geld zu verdienen: Theoretisch in USA, Kanada, Australien, Südafrika und eventuell Japan, sofern man überhaupt eine Arbeitserlaubnis erhält. In allen anderen Ländern ist der Arbeitsmarkt so überlastet, daß Sie nur einen Bruchteil vom hiesigen Verdienst bekämen (Ausnahmen sind Jobs, die von hiesigen Firmen im Ausland vergeben werden).

Z.B. verdient ein Ingenieur in Pakistan 400 - 600 DM pro Monat; selbst wenn Sie als gesuchter Spezialist von einer dortigen Firma 500 oder 600 DM bekommen würden, so ist das ein Betrag, den Sie hier mit Leichtigkeit sparen können. - Die USA darf man getrost aus dieser Aufzählung streichen. Amerikanische Firmen dürfen zur Zeit Ausländer nur dann einstellen, wenn für diesen Job kein Amerikaner zu Verfügung steht. Wer sich ohne Arbeitserlaubnis verkauft, muß das Risiko des Arbeitgebers durch geringen Lohn kompensieren.

Die Erteilung einer Arbeitserlaubnis in den übrigen Staaten hängt stark von deren Konjunktur ab (siehe Gastarbeiter). Wir fanden zu Zeiten der Hochkonjunktur mit Leichtigkeit gut bezahlte Jobs in Australien. Aber das sind, zumal heutzutage, große Unwägbarkeiten.

Früher, als Globetrotter noch wegen der geringen Zahl als Exoten und Werbemittel galten, ließ sich ein großer Teil der Ausrüstung und der Verpflegung zusammenschnorren. Das ist heute nicht mehr möglich; große Firmen erhalten angeblich hunderte von Bettelbriefen im Monat.

Sie verdienen immer noch am meisten Geld zu Hause. Stopfen Sie den heimischen Sparstrumpf randvoll und leben Sie aus dieser Quelle.
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